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apparatus operandi_1::anatomie//Der Synthesizer des Friedrich A. Kittler

Seit dem Website-Relaunch des ZKM ist eine Videoaufnahme der ersten öffentlichen Präsentation von apparatus operandi1::anatomie//Der Synthesizer des Friedrich A. Kittler online:

Die Aufnahme ist entstanden im Rahmen des Symposions in memoriam Friedrich Kittler: Götter und Schriften rund ums Mittelmeer, 19./20. Oktober 2012 im Medientheater des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.

Bilderzyklus und Libretto sind veröffentlicht in: Friedrich Kittler. Technik oder Kunst? hg. von Walter Seitter und Michaela Ott, Wetzlar 2013 (=TUMULT. Schriften zur Verkehrswissenschaft 40). Bestellbar beim Verlag, im sortierten Buchhandel oder bei amazon.

Philologie der Schaltung?

Wir stellen zur Medienphilologiekonferenz an der Ruhr-Universtiät Bochum zum ersten Mal öffentlich die Ergebnisse unserer Schaltungsanalyse Secret Sequence vom 2. Februar 2014 vor.

Diese uns zur Analyse vorliegende Schaltung ist eine ‘Apokryphe’ aus dem Nachlass Friedrich Kittlers. Sie hat ihren Weg zu uns gefunden über die Stationen Friedrich Kittlers Keller, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Medienarchäologischer Fundus der HU Berlin, Projektarchiv apparatus operandi. Sie ist sehr weit, dem ersten Anschein nach sogar komplett aufgebaut und gehört, das ersehen wir dem Schaltplannachlass, zu einem nicht fertiggestellten sechsten Kubus Dies ist der Grund, warum sie ihren Weg zu uns gefunden hat und nicht bei den fertig aufgebauten Modulen in Marbach liegt, und warum wir – im Unterschied zu den fünf fertig aufgebauten Kuben – diese Schaltung ohne Rücksicht auf die konservatorischen und archivalischen Richtlinien des Deutschen Literaturarchivs untersuchen können. Ein erster prüfender Blick auf diese Unterlagen und erste Recherchen im Sekundärliteraturarchiv haben uns zu der Vermutung Anlass gegeben, dass es sich bei dieser Schaltung um einen digitalen Seqencer-Aufbau handelt.

Donnerstag, 15. Mai 2014,
17.30 – 18.30 Uhr
Ruhr-Universität Bochum, Beckmannshof

Veranstaltet von Rupert Gaderer an Friedrich Balkes Lehrstuhl Medienwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie, Geschichte und Ästhetik bilddokumentarischer Formen.

http://www.ruhr-uni-bochum.de/medienphilologie/index_konferenz.html
http://www.apparatus-operandi.org/

Produktionspartner des Beitrags Philologie der Schaltung? von apparatus operandi am 15. Mai 2014 am Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum ist neuropolis-berlin.de.

apparatus operandi – Synthesen lesen.

apparatus operandi ist ein conceptual art project von Jan-Peter E.R. Sonntag aus Setzungen in verschiedenen Formaten. Das Projekt stellt die wahrnehmungsgenerative Potenz von Apparaten in Frage. Sebastian Döring entwirft und erwägt die archäologischen Fugen und Glieder des Projekts.

1.) Ausgangspunkt

Im Deutschen Literaturarchiv in Marbach (DLA) finden wir einen DIY-Modularsynthesizer. Eines der fünf Module kommt im Literaturmuseum der Moderne in einer Vitrine zur Ausstellung. Die vier übrigen Module stehen neben Bastelwerkzeug, einer Hifi-Anlage und anderen Dingen in einem metallenen Schrank. Neben diesem Schrank steht noch ein weiterer Schrank und um ihn stehen historische Möbel und hängen gerahmte Gemälde. Hauptgebrauch der Schränke ist weniger das Öffnen, mehr das Verwahren.
Der Synthesizer hat einem zum Kulturwissenschaftler gewordenen theoretischen Literaturwissenschaftler gehört. Deshalb steht er dort im DLA. Selbst gebastelt, in Büro und Privatwohnung ausgestellt und mindestens eine Schaffensperiode lang immer wieder in Erzählung und Text aufgerufen. Dieser Synthesizer ist das Subjekt einer Spurensuche zwischen Deskription und Forensik. Diesen Spuren folgend suchen wir nicht etwas. Wir folgen den Spuren und lassen sie Anlass sein für Handlungen im Hier und Jetzt.

2.) Umsetzung

Jetzt und hier sind wir gebeten, einen Einblick zu geben, wie solche Spurensuche aussieht. Wir beantworten die Einladung zu diesem Workshop mit einigen Details und Betrachtungen zum Rhythmusgenerator, der (für Synthesizer eher unüblich) im ersten Modul verbaut ist, und mit der ersten Annäherung an eine separate Platine. Diese Platine ist voll aufgebaut und bestückt, und sie ist Bestandteil eines in weiten Teilen vollständigen, aber nicht mehr bis zu Ende aufgebauten sechsten Moduls. Die Bauteile dieses unvollendeten Moduls liegen nicht in Marbach, sondern wurden dem apparatus operandi-Archiv übereignet, so dass wir an diesen Bauteilen keine konservatorischen Vorgaben zu missachten brauchen.

Auf Kittlers Schreibspuren, mit scharfem Blick und wachem Ohr, mit und gegen Kittler an Nietzsche vorbei und über Foucault hinaus, gilt es nicht schlicht den Modularsynthesizer einer Vivisektion zu unterziehen. Über das Denken und Dichten von Hardware betreiben wir an den nachgelassenen Corpora Philologie, Kittler-Exegese. Schaltungsgrammatologie. „Sie haben Recht – unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken.“ (KSB, III, 1, 172.)

www.apparatus-operandi.org/
audio.uni-lueneburg.de/downloads/Synthesen_Lesen_Programm.pdf

Produktionspartner des Beitrags Synthesen lesen von apparatus operandi am 19./20. Februar 2014 am Digital Cultures Research Lab der Leuphana Universität Lüneburg ist neuropolis-berlin.de.

secret sequence

(c) Jan-Peter E.R. Sonntag 2014
© Jan-Peter E.R. Sonntag 2014

analysis + transcription of the sq module circuit board of friedrich kittler’s unfinished synthesizer cube 6. secret art project at transmediale 2014 afterglow, haus der kulturen der welt, exhibition space. 02/02/14, 13-16 h.

participants: jens bakenhus, sebastian döring, moritz hiller, susanne holl, tania hron, alma kittler, felix pfeifer, manfred schöne, jan-peter e.r. sonntag, henry westphal.